Artikel in AIS-Studien Jahrgang 9, Heft-Nr. 2 (2016)

Zwischen verzauberter und entzauberter Arbeit – Selbständige in der Designbranche

Alexandra Manske

Zusammenfassung

Der vorliegende Text befasst sich mit marktgetriebenen, selbständigen Arbeitsverhältnissen der Kulturberufe am Beispiel der Designbranche. Im Zentrum steht die Frage nach Erwerbsstrategien von selbständigen Designer_innen. Die These lautet, dass deren Erwerbsstrategien auf einem ambivalenten Arbeitsethos beruhen, in dem sich auch die umfassenden, gesellschaftlichen Wandlungsprozesse seit den 1960er Jahren im Sinne eines relativen Umbaus von Mentalitäten und Milieus widerspiegeln. Um diese Ambivalenzen zu charakterisieren, werden sie in einem idealtypischen Spannungsfeld diskutiert: als „künstlerisch verzauberte Arbeit“ versus einer „wirtschaftlich entzauberten Arbeit“. Deutlich wird aus diesem Blickwinkel, dass die in der Literatur verbreitete Annahme, dass Kreative einem romantisch gefärbten Subjektideal des Künstlers folgen, zu differenzieren ist. Vielmehr wird Arbeit in marktgetriebenen Kulturberufen nicht nur als Selbstverwirklichung in und durch Arbeit subjektiviert, sondern als Erwerbsquelle, die auch dem gesellschaftlichen Statuserhalt dient.

Title (english)

Artistic enchanted work versus economically disenchanted work – about the ambivalent work ethic of self-employed designers

Abstract (english)

This article deals with market-driven, self-employment culture occupations, examplified with the design industry. Concerned with acquisition strategies of self-employed designers, the thesis is that their acquisition strategies are based on an ambivalent work ethic. These ambivalent work ethics, I will argue, also reflect the comprehensive processes of social change since the 1960s in terms of a relative conversion of mentalities and milieus. To characterize these ambivalences, they are discussed in an idealtypical tension: as “artistic enchanted work” versus an “economically disenchanted work”. What, moreover, becomes clear in the light of our empirical findings is that the widespread comprehension that creatives follow a romantic subject Ideal as an Artist has to be differentiated. Rather, work is subjectivized in market-driven cultural occupations not only as self-realization in and through work, but as a source of income, which also serves to preserve the current social status.

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