Artikel in AIS-Studien Jahrgang 10, Heft-Nr. 2 (2017)

Mitbestimmung als Voraussetzung für eine „nachhaltige Nachhaltigkeit“ in der betrieblichen Organisationsentwicklung?

Eva Clasen, Florian Krause, Axel Haunschild, Rita Meyer, Hans-Gerd Ridder

Zusammenfassung

Das Phänomen Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Gegenstand der Forschung. Im betrieblichen Kontext wird jedoch nur selten untersucht, ob nachhaltigkeitsbezogene Aktivitäten in Unternehmen tatsächlich nachhaltig sind, d. h. ob sie dauerhaft umgesetzt und die mit ihnen intendierten Wirkungen auch tatsächlich erzielt werden. Die Frage, inwiefern Mitbestimmung – und spezifisch Betriebsvereinbarungen – eine Voraussetzung für eine nachhaltige Nachhaltigkeit sein können, wird mit der Sekundäranalyse von Betriebsvereinbarungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz als ein Aspekt sozialer Nachhaltigkeit untersucht. Im Fokus stehen hier die Ergebnisse der Aushandlungsprozesse zwischen der betrieblichen Interessenvertretung und der Unternehmensleitung, die in Betriebsvereinbarungen münden. Es wird argumentiert, dass Betriebsvereinbarungen dann als zentrale Voraussetzung für die dauerhafte Verankerung von Nachhaltigkeitsthemen gelten können, wenn eine Prozesskette von Thematisierung, Implementierung, Institutionalisierung sowie Verstetigung vorliegt. Betriebsvereinbarungen können, je nach Durchsetzungsmacht des Betriebsrats, ein wirkmächtiges Instrument sein. Jedoch bedarf es Betriebsfallstudien, um zu prüfen, ob die Papierlage sich im betrieblichen Alltag bestätigt.

Title (english)

Co-determination as a prerequisite for a sustainable Sustainability?

Abstract (english)

Sustainability is increasingly becoming an object of research. However, questions of whether sustainability-related activities are actually sustainable have rarely been examined: Are those activities permanently implemented into corporate practice and do they actually achieve their purposes? In this paper, the focus is on the question whether and how co-determination and especially plant-level agreements can be interpreted as a template for sustainable sustainability. For this purpose, plant-level agreements between works councils and management on occupational health and safety as one aspect of the social dimension of sustainability are analysed. It is argued that plant-level agreements can reflect central prerequisites for sustainable sustainability activities if they reflect a process chain of introducing, implementing, institutionalizing and continuing an activity. A plant-level agreement can further be seen as an important source of power since it is a result of balancing the different logics of works councils and management. Further research in the project will focus on case studies in companies that have been selected because of their plant-level agreements.

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