Artikel in AIS-Studien Jahrgang 18, Heft-Nr. 2 (2025)

Anerkannt untergehen? Diskursdiffusität und Rollenkonfusion im zeitgenössischen Kita-Sektor

Ingo Bode, Johannes Eckstein

Zusammenfassung

Der Beitrag fokussiert ein Arbeitsfeld, das in Deutschland seit Anfang der 2000er Jahre spürbar expandiert ist und eine deutliche Funktionserweiterung erfahren hat: die frühkindliche Bildung und Erziehung (FBBE). Verbunden ist damit eine ‚Professionalisie rungsagenda‘ mit einem erhöhten Potenzial für berufliche Anerkennung. Die Analyse von Branchendiskursen und deren Verarbeitung im Arbeitsprozess zeigt indes, dass diese Agenda Nebenwirkungen erzeugt, welche den Reputationsgewinn leicht untergraben. Dies hängt we sentlich mit der Diffusität formulierter Leistungserwartungen und der daraus resultierenden Rollenkonfusion im Setting Kita zusammen – und nicht alleine mit dem meist für gegenwärtige Funktionsprobleme verantwortlich gemachten (und unbestreitbaren) Zeit- und Personalman gel dort. Allgemein spricht dieser Befund für eine stärkere Befassung der Arbeitssoziologie mit der Verquickung von diskursiven Dynamiken und darauf bezogenem Berufshandeln.

Title (english)

Abstract (english)

This article focuses on work settings that have markedly expanded since the early 2000s and seen an extension of their remit, that is, early childhood education and care (ECEC). In this vein, this field has become an agenda for professionalization which entails an enhanced potential for occupation-related social recognition. However, an analysis of both the discourse at sector level and the labour process within German childcare settings suggests that this agenda entails collateral effects that may undermine gains in professional reputation. This is due to the inconsistent formulation of expectations at sector level and ensuing role confusion within ECEC organisations – and not solely to a lack of staff and time which is often blamed for current problems in that field (and certainly a big issue there). In general, this finding sug gests that the sociology of work should pay greater attention to the intersection of discursive dynamics and related professional practices.

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