Artikel in AIS-Studien Jahrgang 18, Heft-Nr. 2 (2025)

Sichtbarkeit als Kapital? Eine Analyse von Sichtbarkeit, Anerkennung und Geschlecht im akademischen Feld

Ronja Philipp, Gabriele Fischer

Zusammenfassung

Der Artikel untersucht das Verhältnis zwischen Sichtbarkeit und Aner kennung am Beispiel von Professorinnen an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). Während Sichtbarkeit im Wissenschaftsbetrieb als soziales Kapital und Karrierevo raussetzung gilt, zeigen empirische Befunde unter Einbezug einer Geschlechterperspektive ihre ambivalente Verbindung mit Anerkennung. Dazu skizzieren wir zentrale theoretische Ar beiten zu Sichtbarkeit (McRobbie 2010; Schaffer 2008) und führen diese mit Überlegungen zum Verhältnis von Sichtbarkeit und Anerkennung zusammen. Hierbei greifen wir auf Hon neths Arbeiten zu Unsichtbarkeit (2003) zurück, der das Erkennen als normativ strukturierten Prozess begreift. Diese beiden Perspektiven lassen sich verbinden, wenn das Konzept der An erkennbarkeit von Judith Butler zugrunde gelegt wird. Letzteres erweist sich als besonders fruchtbar, um Bedingungen zu analysieren, unter denen Subjekte überhaupt als intelligible Subjekte in Erscheinung treten können. Diese Überlegungen werden anhand exemplarischer Befunde zur Sichtbarkeit von Professorinnen an HAW konkretisiert, wobei die machtvollen Prozesse des Erkennens und Sich-zu-Erkennen-Gebens aufgezeigt werden.

Title (english)

Abstract (english)

The article examines the relationship between visibility and recognition in the con text of female professors at universities of applied sciences. While visibility in academia is considered a social capital and a prerequisite for a successful career, empirical findings that take a gender perspective into account show that visibility has an ambivalent relationship with recognition. We outline theoretical works on visibility (McRobbie 2010; Schaffer 2008) and combine them with considerations on the relationship between visibility and recognition. We refer to Honneth’s work on invisibility (2003), which understands recognition as a normatively structured process. These two perspectives can be productively linked through Judith Butler’s concept of recognizability, which is useful for analysing the conditions under which subjects can appear as intelligible subjects. These considerations are illustrated by exemplary findings on the visibility of female professors at HAW, where we can see the powerful processes of recognising and being recognised.

Zurück

2026 AIS. Alle Rechte vorbehalten.

Cookie Hinweis:
Wir verwenden Cookies. Mit der Nutzung unserer Webseiten, erklären Sie sich mit der Speicherung dieser Cookies einverstanden. Weitere Infos unter Datenschutz…

Ok!