Artikel in AIS-Studien Jahrgang 13, Heft-Nr. 2 (2020)

Geschlechterwissen in Gewerkschaften – eine Typologie von Deutungsmustern gewerkschaftlicher Geschlechterpolitik

Judith Holland

Zusammenfassung

An der Schnittstelle von Gender Studies, Arbeits- und Organisationssoziologie setzt dieser Beitrag an, indem die gewerkschaftliche Repräsentation von Frauen vergleichend dargestellt und zugleich typische Deutungen im Verständnis gewerkschaftlicher Geschlechterpolitik rekonstruiert werden. Aufbauend auf Angelika Wetterers Typologie von Geschlechterwissen zeigen sich in diesen Deutungsmustern Unterschiede, woran die Geschlechter(un)gleichheit festgemacht wird, welche Relevanz gleichstellungspolitischen Maßnahmen beigemessen wird und welche Rolle sie für die eigene Praxis gewerkschaftlicher Interessenpolitik spielen. Das frauenpolitische, das geschlechtertheoretische und das konservative Deutungsmuster werden vorgestellt und zugleich diskutiert, unter welchen Bedingungen es trotz dieser Unterschiede gelingen kann, Gleichstellungspolitik als organisationsübergreifende Aufgabe zu etablieren. Die empirische Basis bilden qualitative Interviews, die mit Gewerkschaftssekretär*innen der ver.di, der IG BAU sowie der IG Metall durchgeführt wurden.

Title (english)

Gender knowledge in trade unions – typical interpretative patterns of trade union gender politics

Abstract (english)

This contribution is located at the interface of gender studies and sociology of work and organization by comparing the trade union representation of women and at the same time reconstructing typical interpretations in the understanding of trade union gender politics. Based on Angelika Wetterer's typology of gender knowledge (Geschlechterwissen), there are differences in these interpretative patterns, how gender (in)equality is determined, what relevance gender equality measures are attached to and what role they play for the own practice of trade union politics. The women's political, gender-theoretical and conservative interpretative patterns (frauenpolitisches, geschlechtertheoretisches und konservatives Deutungsmuster) are presented and at the same time it will be discussed, under which conditions and despite these differences equality policy can be introduced as a cross-organizational task. The empirical basis is formed by qualitative interviews with trade union secretaries from ver.di, IG BAU and IG Metall.

Zurück

2022 AIS. Alle Rechte vorbehalten.

Cookie Hinweis:
Wir verwenden Cookies. Mit der Nutzung unserer Webseiten, erklären Sie sich mit der Speicherung dieser Cookies einverstanden. Weitere Infos unter Datenschutz…

Ok!