Artikel in AIS-Studien Jahrgang 13, Heft-Nr. 2 (2020)

Alte Un-/Sichtbarkeiten, neue Vulnerabilität: Reinigungsarbeit in Krankenhäusern

Käthe von Bose

Zusammenfassung

Reinigung ist während der aktuellen Covid-19-Pandemie wichtiger denn je, um besonders in klinischen Räumen die hygienische Sauberkeit aufrechtzuerhalten. Zugleich wird diese Arbeit nach wie vor unter prekären Bedingungen, überwiegend von Frauen* und dabei von Migrant*innen verrichtet. Reinigungskräfte bleiben meist sowohl gesellschaftlich als auch im sozialen Gefüge der Organisation Krankenhaus unsichtbar, sie werden unterschätzt und ausgegrenzt. Diese Unsichtbarkeit ist jedoch vorwiegend eine soziale, denn im Sinne der Kontrolle ihrer Arbeit sind sie auf anstrengende Weise sichtbar. Von der aktuellen Pandemiesituation und einem ethnografischen Forschungsprojekt ausgehend, fragt der Beitrag nach dem Zusammenspiel von Geschlecht, rassistischem Othering und prekärer Arbeit bei der Reinigung im Krankenhaus. Dabei kommt in den Blick, dass Reinigungsarbeit (nicht nur) unter den aktuellen Bedingungen auf eine doppelte Weise verletzbar macht, darin jedoch auch ein veränderndes Potential liegt.

Title (english)

Old invisibilities, new vulnerability: cleaning work in hospitals

Abstract (english)

Cleaning in the current Covid-19 pandemic is as relevant as ever, far and foremost to maintain hygienic standards in hospitals. At the same time, this line of work is still mostly done by women* and migrants under precarious conditions. Cleaning staff is invisible, undervalued and excluded, societally as well as within the hospital as a social space. However, this invisibility remains on a social level, since their work is visible in a sense that it is controlled in an exhausting way. Based on the current conditions within the pandemic and on the findings of an ethnographic study, the paper explores the relation of gender, racist othering and precarious work in hospital cleaning. It shows that this work under the current conditions is precarious in two ways, but that in these precarities also lies a potential for change.

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