Artikel in AIS-Studien Jahrgang 13, Heft-Nr. 2 (2020)

Unsichtbare Arbeit. Geschlechtersoziologische Perspektiven auf Verfestigungen und Neuverhandlungen von Ungleichheiten am Beispiel von Digitalisierung, körpernahen Dienstleistungen und der Corona-Pandemie

Tanja Carstensen, Isabel Klein

Zusammenfassung

Die Frauen- und Geschlechterforschung hat bereits in den 1970er Jahren herausgearbeitet, dass sich das Verhältnis von Arbeit und Geschlecht entlang der Achse Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit konstituiert. Die Un/Sichtbarkeit von Arbeit ist grundlegend für die Hervorbringung von Geschlechterungleichheiten, sowohl in Erwerbsarbeit als auch in (unbezahlter) Reproduktionsarbeit. Gleichzeitig wird die Grenze zwischen beiden immer wieder neu verhandelt. Der Beitrag rekonstruiert dieses Verhältnis und untersucht am Beispiel von Digitalisierung, körpernahen Dienstleistungen und der Corona-Pandemie, wie sich durch aktuelle Veränderungen das Verhältnis von Arbeit, Geschlecht und Unsichtbarkeit neu konstituiert und differenziert. Der Beitrag zeigt, dass Unsichtbarkeit als analytische Kategorie in der Erforschung von Arbeit und Geschlechterverhältnissen den Blick auf historische Kontinuitäten genauso wie auf Grenzverschiebungen und Neuaushandlungen schärfen kann.

Title (english)

Invisible Work. Stabilization and re-negotiation of inequality in the fields of digital work, body work and in light of the Covid-19 pandemic – a sociology of gender perspective

Abstract (english)

Since the 1970s, women’s and gender studies have demonstrated ways in which relations of work and gender are constituted by in/visibility. The in/visibility of work is essential for gendered inequality, concerning wage labour as much as (unpaid) reproductive work. At the same time, the border between in/visibility is subject to ongoing negotiations. This paper traces back the relationship of in/visibility and draws on examples from the field of digital work, body service work and the corona pandemic in order to research contemporary changes that differentiate and re-constitute work, gender and inequality. We illustrate that invisibility serves as an analytic category researching work and gender relations, which allows for focusing more deeply on historic continuities as much as on shifting borders and negotiations of these relationships.

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