Artikel in AIS-Studien Jahrgang 5, Heft-Nr. 2 (2012)

Subjektivierung von Arbeit – Eine Reflexion zum Stand des Diskurses

Frank Kleemann

Zusammenfassung

Der Beitrag zielt darauf ab, konzeptionelle Unschärfen des arbeits- und industriesoziologischen Diskurses zur „Subjektivierung von Arbeit“ zu reflektieren und zur Diskussion zu stellen. Als Grundlage dafür dient eine Bestandsaufnahme des Diskursverlaufs, der verschiedenen Analyseperspektiven und des Stands der Dinge. Aufgezeigt wird im Anschluss erstens, dass in der Debatte unterschiedliche Begriffsverständnisse zugrunde gelegt werden: Im engeren Sinne eine Subjektivierung der Erwerbstätigkeit; im weiteren Sinne eine Subjektivierung der Erwerbsperson einschließlich des gesamten sozialen Kontexts von Erwerbsarbeit. Beide Herangehensweisen eröffnen je unterschiedliche Potenziale und analytische Probleme. Zweitens impliziert der zeitdiagnostische Fokus auf eine Subjektivierung von Arbeit eine Prozessperspektive für die Analyse des Phänomens, die methodologische Probleme aufwirft. Lösbar scheinen diese Probleme durch eine Verschiebung der Analyseperspektive auf subjektivierte Arbeit. Drittens schließlich liegen den Analysen unterschiedliche (und nur selten explizierte) Konzepte von „Subjektivität“ zu Grunde, die es auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen gilt. Dazu wird ein Verfahrensvorschlag zur Diskussion gestellt.

Title (english)

Subjectivation of work – reflections on the state of the discourse

Abstract (english)

The contribution discusses conceptual vagueness in the debate on the subjectivation of work in German sociology of work. The discourse centers on a historical change in the significance of human subjectivity in the working world: Subjectivity is now being considered as a productive capacity rather than a disturbance in the labor process. The paper summarizes the course of the debate, the different perspectives of analysis and the state of affairs. It points, firstly, to analytical strengths and shortcomings of the different understandings of the concept involved: in a narrow sense, the focus is on the work practice only; in a broad sense, it is on the working person in total, including the whole social context of gainful employment. Secondly, the processual concept of Subjectivation causes methodological problems that can be overcome by focusing on forms of work involving subjectivity (subjectivated work). Finally, the discourse is based on different implicit conceptions of subjectivity that have to be integrated.

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