Artikel in AIS-Studien Jahrgang 6, Heft-Nr. 1 (2013)

Fragmentierte Solidarität. Das Ende des organischen Zusammenhaltes durch subjektivierte Erwerbsarbeit

Fabian Hoose, Patricia Schütte

Zusammenfassung

In diesem Beitrag soll das Verhältnis von Solidarität und Subjektivierung in Bezug auf Erwerbsarbeit in den Blick genommen werden. Für die gesellschaftliche Entwicklung ist Arbeit zentral, da die Formen, in denen Menschen diese leisten und vollbringen, maßgeblich in Wechselwirkung zu ihren Lebensbedingungen stehen. Die Herausbildung der modernen Arbeitsformen in kapitalistisch organisierten Wirtschaftssystemen im 19. und 20. Jahrhundert ist dabei durch Kollektivierung geprägt gewesen. Bis in die 1990er galt „Solidarität“ als grundlegendes Scharnier arbeitsweltlicher Ordnung, in der Folgezeit entwickeln sich Individualisierung und „Subjektivierung“ zu Phänomenen, welche die Arbeitswelt in vielerlei Hinsichten überlagern und verändern. Auf der Suche nach den zukünftigen Formen von Arbeit ist so bspw. der „Arbeitskraftunternehmer“ bekannt geworden. Solidarische Einstellungen verschwinden jedoch auch mit dem Übergang zur Wissensgesellschaft, in der subjektivierte Formen von Erwerbsarbeit dominieren, nicht. Solidarität in einer durch subjektivierte Wissensarbeit geprägten Erwerbsgesellschaft nimmt aber eine neue Form an, die im Beitrag als subjektivierte Solidarität bezeichnet wird.

Title (english)

Fragmented solidarity. The end of the organic cohesion through subjectificated work

Abstract (english)

In this paper, the relationship of solidarity and subjectification in matters of employ-ment is examined. Employment can be regarded as a main element for the develop-ment of societies since the forms, in which people work, significantly affect their living conditions. The development of modern forms of employment in capitalist economies in the 19th and 20th century has been influenced by collectivity and solidarity. Up to the 1990s solidarity can be regarded as a main mechanism of the arrangement of work and employment. In the following years, individualization and “subjectivication” (“Subjektivierung”) have become phenomena that changed the employment relationship and working conditions in many ways. In the search of future forms of employment, the “entreployee” (“Arbeitskraftunternehmer”) has experienced a lot of attention. In the transition towards a knowledge-based society (in which subjectificated forms of work are dominating) solidarity between working people does not become redundant. Instead, solidarity in such a working society will turn into new forms. In this paper, we call this subjectificated solidarity (subjektivierte Solidarität).

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