Artikel in AIS-Studien Jahrgang 7, Heft-Nr. 1 (2014)

Informatisierung und neue Entwicklungstendenzen von Arbeit

Andreas Boes, Tobias Kämpf, Barbara Langes, Thomas Lühr

Zusammenfassung

Der Aufstieg neuer Informations- und Kommunikationstechnologien verändert Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeit grundlegend. Der Aufsatz betrachtet diesen Wandel unter einer informatisierungstheoretischen Perspektive und fasst ihn als Moment der Steigerung geistiger Produktivkraft. Mit dem Aufstieg des Internets entwickelt sich ein Informationsraum, der als sozialer Handlungsraum und Raum der Produktion genutzt wird. Der Produktivkraftsprung führt zu einem Wandel in den Unternehmen und damit zu einem neuen Unternehmenstyp, der – in Abgrenzung zu den klassischen und fordistischen Großunternehmen – als „Unternehmen 2.n“ bestimmt wird. Die Herausbildung dieses neuen Unternehmenstyps wird am Beispiel von IBM illustriert. Abschließend werden drei zentrale Folgen für die Entwicklung von Arbeit umrissen: die zunehmende Bedeutung einer global vernetzten Ökonomie, neue Formen der Industrialisierung, die auch die Kopfarbeit adressieren und schließlich das „System permanenter Bewährung“ als neue Lösung des Transformationsproblems in den Unternehmen, die dem Warencharakter der Arbeitskraft eine neue Schärfe und Kontur verleiht. Diese Entwicklungen werden insgesamt als Momente eines neuen, „informatisierten Produktionsmodus“ begriffen.

Title (english)

Informatization and new trends of work

Abstract (english)

The rise of new information and communication technologies induces a fundamental change in economy, society and work. From the perspective of a theory of informatization, the article interprets this change as a moment of an increase of mental productive forces. With the rise of the internet, an information space emerges which is used as a space for social action and a space of production. This leap in productivity leads to a change and to the development of a new type of enterprise, “enterprise 2.n”, as opposed to the big enterprises of traditional resp. fordistic nature. The emergence of this new type of enterprise is illustrated using the example of IBM. Finally three central consequences for the development of work are outlined: the increasing relevance of a globally networked economy, new forms of industrialization addressing also mental work, and a “system of permanent probation” as a new solution of the transformation problem, which entails a new accentuation and acuteness to the commodity character of workforce. On the whole, the developments described are understood as moments of a new mode of production, the “informatized production mode”.

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