Artikel in AIS-Studien Jahrgang 8, Heft-Nr. 2 (2015)

Feminisierung von Arbeitskonflikten. Überlegungen zur gendersensiblen Analyse von Streiks

Ingrid Artus, Jessica Pflüger

Zusammenfassung

Streiks sind ein vergleichsweise intensiv erforschtes soziales Phänomen. Allerdings ist die bisherige Streikforschung bis auf wenige Ausnahmen geschlechtsblind. Diese Forschungslücke überrascht, ist doch angesichts der Verlagerung sowohl von Beschäftigten als auch von Arbeitskonflikten in den (stark durch ‚Frauenarbeit‘ geprägten) Dienstleistungsbereich von einer Feminisierung des Streikgeschehens in der Bundesrepublik auszugehen. Welche quantitative und qualitative Bedeutung hat dieser Trend? Führt er zu Veränderungen in kollektiven Organisierungs-, Mobilisierungs- und Konfliktlogiken sowie interessenpolitischen Forderungen? Das sind offene Fragen, die der folgende Beitrag nicht abschließend beantworten kann. Er formuliert jedoch auf Basis einer Sekundäranalyse der (begrenzten) internationalen Literatur zum Thema erste Überlegungen für eine gendersensible Analyse von Streiks. Deutlich wird dabei, dass weitere Forschung von konstruktivistisch informierten, prozessorientierten und kontextspezifischen Analysen des vergeschlechtlichen Streikgeschehens profitieren könnte.

Title (english)

Feminisation of labour disputes. Towards a gender-sensitive analysis of strike action

Abstract (english)

Strikes, i.e. temporary stoppages of work by a group of employees in order to express a grievance or enforce a demand, are studied quite intensively. However, the previous strike research (with a few exceptions) is gender-blind. This research gap is surprising given that Germany and other countries witness a ‘feminisation’ of labour disputes. This is primarily the consequence of an increasing number of women participating in labour markets, but it is an open and important research question, whether a ‘feminisation’ of strike action leads to new forms and logics of collective action or changes in workers’ demands. Based on a secondary analysis of the (rather limited) international literature on the subject, this paper develops conceptual ideas towards a gender-sensitive analysis of strike action.

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