Artikel in AIS-Studien Jahrgang 9, Heft-Nr. 1 (2016)

„Dadurch wird unsere Arbeit weiter nach vorne verlagert in der Prozesskette“ – Organisationale Anerkennungsphänomene bei der Einführung eines digitalen Warenwirtschaftssystems

Eva-Maria Walker

Zusammenfassung

Die organisationale Gestaltung digitalisierter Arbeit zählt zu den Kernforderungen arbeits- und industriesoziologischer Forschung. In Kritik an technikdeterministischen Positionen wird argumentiert, dass sich die Chancen als auch Risiken der Digitalisierung nicht als Pfadabhängigkeiten technischer Entwicklungen verstehen lassen, sondern als von und durch Menschen sowie Organisationen gemacht. Umso überraschender ist es, dass in der bisherigen Diskussion die organisationale Einbindung digitalisierter Arbeit noch kaum Beachtung gefunden hat. Konkret zeigt sich diese im Rahmen einer Unternehmensfallstudie zur Implementierung eines digitalen Warenwirtschaftssystems in einem Handelskonzern. Deutlich wurde hier, dass dies mit Veränderungen in den Mustern der Anerkennungszuweisung einhergeht und eine Statusaufwertung der Datenmanagementabteilung zur Folge hat. Es wird daher die These formuliert, dass die Einführung digitaler Systeme nicht nur qualifikatorische sowie beschäftigungspolitische Konsequenzen nach sich zieht, sondern ebenfalls Auswirkungen auf die organisationalen Muster der Anerkennungszuweisung hat. Im Ergebnis wird ein Vorschlag entwickelt, die Dimension der „Anerkennung“ als eine Teildimension des „sozio-technischen Systems“ (Hirsch-Kreinsen 2015a) zu begreifen.

Title (english)

„Thus, our work is moving forward in the process chain” – Organizational appreciation through the implementation of a digital inventory management system

Abstract (english)

The organizational arrangement of digital tasks is one of the main requirements for the Industrial Relations research. Technical deterministic positions have been criticized that the chances and risks of digitalization can’t be recognized as path dependencies for the technical development, rather being set out by people and organizations. However, surprisingly is that in the previous discussion, the organizational involvement of digital tasks has not attracted any interest. In particular, this can be reflected in the context of a company case study regarding the implementation of a digital inventory management system in a business group. It became apparent, that this is due to changes in the pattern of allocated appreciation and causes an enlarged appreciation status of the department for data management. Therefore, it is hypothesized that the implementation of digital systems not only leads to consequences regarding qualification and employment policy, but also impacts on the organizational pattern of allocated appreciation. In conclusion, a proposal has now been developed to better understand the dimension of ‘appreciation’ as one part of the ‘socio-technical system’ (Hirsch-Kreinsen 2015a).

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